Zum Tag des aromantischen Spektrums am 25. August 2025 haben wir eine Kreativwerkstatt mit dem Prompt: „Zimmerpflanzen-(A)Romantik“ angeboten.
Dazu hat Elco eine Origami-Lilie, auf einer Nicht-Origami Plastikpflanze, gemacht.

Während der Kreativwerkstatt hat Finn diesen Text fertiggestellt: „Mein Recht auf Wut“
Delfin hat den Prompt als Titel für xies Überlegungen während der Kreativwerkstatt genommen:
Zimmerpflanzen-(A)Romantik
Zimmerpflanzenromantik – ein Begriff ebenso Assoziationsreich, wie schwammig. Wenn ich versuche zu benennen, was Zimmerpflanzenromantik wohl sein möge, fallen mir keine Worte ein, nur Bilder und Emotionen. Ich habe eine Idee davon, was es ist und was ich darunter verstehe, aber Worte dafür zu finden, ist super schwer.
Damit bin ich schon etwas weiter, als wenn ich mich frage, was wohl romantische Anziehung genau sein möge. Aber auch nicht viel.
Romantik kann so viel heißen.
Zimmerpflanzenromantik als äesthetischer Wohnstil ist etwas was ich durchaus sehe, was ich tatsächlich auch sehr mag. Am liebsten wäre mir, wenn überall in meinem Zimmer Pflanzen wären – in Töpfen auf’m Boden, in Blumenampeln hängend, im kleinen Töpfchen auf der Buchstütze, aus dem Dekokäfig wuchernd,… Ein Urban Jungle gemischt mit Bibliothek.
Leider steht dem entgegen, dass meine Pflanzen, oder zumindest die paar verbliebenen, doch sehr unter einem „Was du heute kannst gießen, verschiebe auf in 3 Monaten“ zu leiden haben. Weshalb sie doch seeeeehr mitgenommen und betrauernswert aussehen. Zumindest das bäumchenartige Wesen, dass mit zahllosen grünen Blättern zu mir kam und nun nur noch ein paar grüne Triebe hat. Oder meine Aloe Vera, die nur noch unter uns weilt, weil sie im Bad steht und scheinbar ganz gut Feuchtigkeit aus der Luft zieht. Meine Kaktee sieht aus als hätte wer damit Tauziehen veranstaltet. (Zu meiner Verteidigung, die hat wer anders beschädigt, aber meine basically nicht vorhandene Pflanzenpflege hilft wohl eher nicht, dem Abhilfe zu verschaffen.)
Die anderen beiden sehen tatsächlich relativ gut aus – also ein Restgrün scheint doch im Daumen zu stecken.
Die Frage ist aber nun: Zeigt sich hier meine Zimmerpflanzenaromantik? Manchmal kommt’s mir schon wie eine weitgehend fehlende, und damit ja vielleicht nicht normative emotionale Beziehung zu (meinen) Pflanzen vor. Eine fehlende emotionale Connection, die auch ordentliches Kümmern bedeuten würde. Allerdings könnten da auch die Depression ihre Finger im Spiel haben.
Wo befinde ich mich also auf dem Spektrum zwischen oder außerhalb von Zimmerpflanzenaromantik und Zimmerpflanzenromantik? – Schwer zu sagen, aber in dem Fall vielleicht auch gar nicht so wichtig für mich.
Wo ich auf dem aromantischen Spektrum bin, ist mir viel wichtiger. Aber die Frage hab ich schon sehr lange beantworten können. Ich erinner mich nicht allzu genau, aber auch vom Gefühl her, war’s für mich einfacher, als zu überlegen, was Zimmerpflanzen-(A)Romantik sein könnte. Wenn letzteres auch sicherlich deutlich amüsanter war.
Und zu einem vermeintlich recht paradoxen Ergebnis führt: Zimmerpflanzenromantik und Zimmerpflanzenaromantik existieren bei mir wohl nebeneinander.
(Disclaimer: Dieser Text ist nicht gänzlich ernst gemeint und die Vergleiche vom (a)romantischen Spektrum zu Zimmerpflanzen-(A)Romantik sollen rein humoristisch sein.)