Hinweis: Der folgende Gastbeitrag stammt von einer demiromantischen-demisexuellen genderfluiden Person und befasst sich daher vermehrt auch mit Symbolen, die besonders für Personen zugänglich sind, die sich auf dem asexuellen Spektrum oder sowohl auf dem aromantischen als auch auf dem asexuellen Spektrum befinden.
Darüber hinaus wird der Pegasus von manchen Personen als Symbol für Aroace verwendet.
Als ich einen historischen Roman ( feministisch wie asexuell) schrieb, der im Titel die mehrfach zu deutende Rose hatte, bezog ich mich auch darauf, dass „Die Rose pflücken“ sexuelle Begehrlichkeit von Männern ausdrückt. Nicht umsonst beziehe ich mich unter anderem auf die Schriftstellerin Christine de Pizan, die schon im ausgehenden Mittelalter gegen den sogenannten Rosenroman wetterte.
Genau deshalb finde ich die Rose als passendes Symbol, zumal sie sich mit ihren Dornen vor unbefugtem Zugriff schützt.

Die rote Rose mag für romantische Liebe stehen. Die weiße Rose oder gar eine in einer ungewöhnlichen Farbe wie lila oder grau wäre
wohl besonders geeignet, endlich die arme Königin der Blumen aus ihrem Kitschgefängnis zu befreien.
Ja, ich bin tatsächlich dafür, strapazierte Symbole aus dem Kerker romantischer Assoziationen zu holen und in einen neuen Kontext zu stellen.
Obstarten wie Apfel, Birne, Brombeeren, Erdbeeren und Himbeere sowie das Steinobst mit Kirschen, Zwetschge, Pflaume, Aprikose, Pfirsich, Mandel und andere sind übrigens Verwandte der Rose, gehören also zu den Rosengewächsen. Hier würde mir etwa die Brombeere gut als Symbol gefallen. Wer sie schon einmal pflücken wollte, weiß, wie geschickt sie sich dagegen verwahren kann.
Die Zoologie bemühen, hätte auch was: Jene Tiere, die sich asexuell fortpflanzen können, sind halt nicht so hübsch darzustellen, obwohl auch manche Vogelarten Eier mit Embryonen ablegen können, ohne befruchtet worden zu sein.
Antike Quellen sind übrigens eine Fundgrube, wie Plinius‘ Historia Naturalis, in der manche Tiere ihre Nachkommenschaft z.B. durch Sinnesorgane empfangen. Durchaus also Kandidaten.

Fabelwesen sind wohl am ergiebigsten. Meist aus verschiedenen Spezies zusammengesetzt, zeigen sie sich als wunderbar queere Geschöpfe.
Ich denke etwa an ein geflügeltes Pferd wie Pegasus, der ja aus dem Nacken der Medusa sprang. Im Asiatischen steht ein geflügeltes Pferd ( Windpferd) für Geistiges.
Für ganz Nüchterne hätte ich auch was Geometrisches: Wie wäre es mit der Quadratur des Kreises? (Natürlich ohne den vitruvianischen Menschen, wie ihn Leonardo da Vinci hineinzeichnete).
~ Tove (Zeichnungen und Text)