Was ist Aromantik?

Aromantik (kurz Aro) ist eine romantische Orientierung und beschreibt ein von der Norm abweichendes Empfinden romantischer Anziehung. Aromantische Personen empfinden häufig kaum bis keine romantische Anziehung zu anderen Menschen und/oder Verlangen nach romantischen Interaktionen. Romantische Anziehung meint hierbei das Interesse oder den Wunsch nach romantischem Kontakt oder Inteaktionen mit einer bestimmten Person. Diese Art der Anziehung geht oft mit starken Gefühlen wie Verliebtheit und dem Wunsch, eine romantische Beziehung einzugehen einher. Häufig haben sie daher auch kein intrinsisches Bedürfnis nach romantischen Beziehungen.

Die romantische Orientierung einer Person ist unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung. Eine Selbstbezeichnung als aromantisch ist daher mit unterschiedlichen sexuellen Orientierungen kompatibel. Eine aromantische Person kann daher beispielsweise heterosexuell, homosexuell, pansexuell oder queer sein. 

Menschen, die sich nicht auf dem aromantischen Spektrum verorten, werden als alloromantisch bezeichnet. Nicht jede alloromantische Person hat den Wunsch, eine romantische Beziehung zu führen oder entsprechende Interaktionen zu suchen. Viele tun dies allerdings.
 

Aromantische Flagge

Das Aromantische Spektrum

Nicht alle Menschen deren Erleben nicht dem einer alloromantischen Person entspricht, beschreiben sich als vollständig aromantisch. Dieser Bereich zwischen Alloromantik auf der einen Seite bis einschließlich Aromantik als das andere Ende des Spektrums wird als aromantisches Spektrum (kurz aro*spec vom englischen ‘aromantic spectrum’) bezeichnet. 

Das Erleben von romantischer Anziehung und die damit verbundenen Orientierungen auf dem aromantischen Spektrum sind vielfältig und reichen von grau-/gray-/grey-(a)romantisch über demiromantisch bis hin zur Aromantik. 

Der Begriff grauromantisch beschreibt Personen, die nur selten, schwach, unregelmäßig oder unter bestimmten Umständen romantische Anziehung empfinden. Manchmal ist diese Anziehung auch unbeständig oder kann nicht eindeutig als romantisch gefasst werden. Grauromantik kann auch als Schirmbegriff für viele Labels auf dem aromantischen Spektrum verwendet werden.
Mehr zu Grauromantik findest du hier: *klick*

Demiromantisch hingegen wird verwendet, um zu beschreiben, dass eine Person romantische Anziehung erst dann empfindet, wenn sie eine starke emotionale Verbindung zu einer Person aufgebaut hat. Mehr zu Demiromantik findest du hier: *klick*

Es gibt aber noch jede Menge andere Begriffe, Label und Mikrolabel, die das Empfinden von Menschen auf dem aromantischen Spektrum genauer beschreiben. Mehr davon findest du in unserer Labelsammlung: *klick*

Manchmal werden a_romantisch und A_romantik daher auch mit einem Unterstrich geschrieben. Das soll zeigen, wie vielseitig und unterschiedlich das Erleben von Menschen auf dem aromantischen Spektrum sein kann. 

Flagge des aromantischen Spektrums

Aromantische Personen und Romantik?

Während manche Menschen auf dem aromantischen Spektrum, romantischen Beziehungen und Interaktionen ablehnend gegenüberstehen, sich als nonpartnering beschreiben oder einfach kein Bedürfnis nach romantischer Interaktion haben, gibt es auch solche bei denen das anders ist. Die Selbstbeschreibung als aromantisch schließt also nicht aus, dass eine Person eine (romantische) Partner*innenschaft eingehen möchte. Die Beziehungen von Menschen auf dem aromantischen Spektrum können unterschiedliche Formen annehmen und auch Elemente beinhalten, die üblicherweise als romantisch angesehen werden. Wichtig zu sagen ist, dass sich Aromantik und romantische Interaktionen nicht ausschließen. 

Besonders wenn aromantische Personen keine partner*innenschaftlichen Beziehungen eingehen wollen, fragen sich andere oft, ob in ihrem Leben nicht etwas fehlt. Die Antwort darauf ist einfach. Nein. Wo keine romantische Anziehung oder kein Bedürfnis nach einer romantischen Beziehung vorhanden ist, fehlt im Normalfall auch nichts, wenn diese nicht vorhanden ist und einige aromantische Personen stehen der Idee von Romantik in ihrem eigenen Leben sogar eher ablehnend gegenüber.